Schmauchspurenuntersuchungen

 

Unter Schmauch versteht man die Rückstände des Mündungsfeuers einer Schusswaffe. Er wird im Wesentlichen gebildet durch Verbrennungsprodukte des Anzündsatzes und der Treibladung der Munitionspatrone. Man bezeichnet diese Rückstände in der Forensik auch als Schmauchspur.

Schmauchspur-Analysen werden zur Ermittlung von Straftätern eingesetzt, da sie über längere Zeiträume an der Kleidung und der Hand des Schützen nachweisbar sind.

 

Bei der Kantonspolizei St. Gallen werden im wesentlichen zwei Methoden zur Schmauchspurensicherung bzw. -auswertung angewendet.

 

Nasschemische Schmauchspurensicherung und -Auswertung

 

Bei dieser Methode werden die Schmauchspuren mittels eines angefeuchteten Filterpapiers gesichert. Das Papier wird unmittelbar nach der Spurensicherung getrocknet und im Labor chemisch behandelt. Je nach verwendeter Methode reagieren unterschiedliche Bestandteile des Schmauchs mit dem entsprechenden Komplexbildner und auf dem Filterpapier entsteht eine Farbreaktion.

 

Schmauchspurensicherung mittels REM-Stubs / Schmauchspurenauswertung mittels REM

 

Zur späteren Analyse mit dem Rasterelektronenmikroskop (REM) werden Schmauchpartikel klassischerweise mittels REM-Stubs gesichert. Dabei werden die fraglichen Oberflächen (meist Hände) mit einem an einer Halterung befestigten doppelseitigen Klebeband (Stub) abgetupft. Dabei werden die sich lose an der Oberfläche des Untersuchungsobjektes befindlichen Mikrospuren (auch die eventuell vorhanden Schmauchpartikel) auf das Klebeband übertragen. Die REM-Stubs werden anschliessend im Labor mittels eines Rasterelektronenmikroskops automatisch abgescannt. Die gefundenen Partikel werden hinsichtlich ihrer elementaren Zusammensetzung und Form hin untersucht. Je nach Zusammensetzung und Form werden die Partikel in unterschiedliche Klassen eingeteilt.