
Kantonspolizei St.Gallen - für Sicherheit und Ordnung
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Fragen und Antworten
Wie lange dauert das Auswahlverfahren?
Nach der Ausschreibung im Oktober im November die Eignungstests. Wer die geforderten Notendurchschnitte erreicht wird zum 2-stündigen Sporttest eingeladen. Danach erfolgt die nächste Auswahl. Für die verbleibenden ca. 50 Bewerberinnen und Bewerber findet ein Informationsabend, ein tägiges Gruppenassessment und ein Auswahlgespräch mit der Geschäftsleitung statt. Danach erfolgt die Zusage der Wahlbehörde des Kantons St. Gallen (Sicherheits und Justizdepartement) unter dem letzten Vorberhalt des Besuchs beim Vertrauensarzt. So bleibt genügend Zeit die bisherige Anstellung per Ende September zu kündigen.
Was kostet die Polizeischule?
Die Kantonspolizei St. Gallen stellt ihre künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor der Ausbildung ein. Die Kosten der Ausbildung trägt der Arbeitgeber. Die Polizeischüler sind während der Polizeischule entlöhnt (z.Zt. ca. CHF 4800.-- brutto monatlich).
Es besteht beim vorzeitigen Verlassen der Kantonspolizei eine Rückzahlungspflicht der Ausbildungs- und Lohnkosten während 4 Jahren nach Beginn der Polizeischule.
Computerkenntnisse?
Wir stellen immer noch einen erheblichen Unterschied bei den ICT-Kompetenzen (Information- and Communication-Technology) fest. In der heutigen technisierten Welt ist es notwendig, dass die Polizistinnen und Polizisten gegenüber neuen Technologien interessiert sind und ein gewisses Grundlagenwissen mitbringen. Bei vielen Delikten werden elektronische Hilfsmittel verwendet und müssen ausgewertet werden. Im Weiteren setzen wir voraus, dass zu Schulbeginn das Tastaturschreiben (10-Finger-Blind-Methode) angewendet werden kann.
Ich schwimme schlecht!
Ab 2010 erfolgt durch die Polizeischule keine SLRG Brevet I-Ausbildung mehr. Die Polizeischülerinnen und -schüler sind aber verpflichtet bis Ende der Polizeischule den Nachweis zu erbringen, das SLRG Brevet I erfolgreich absolviert zu haben. Dazu können sie Kurse bei den entsprechenden Wassersport-Sektionen belegen. Wir empfehlen diese Ausbildung bereits vor der Polizeischule absolviert zu haben. Zu beachten ist, dass ungeübte Schwimmerinnen und Schwimmer Schwierigkeiten haben, die entsprechenden Limiten zu erreichen. Nicht bestandene Prüfungen haben eine Lohneinbusse zur Folge.
Ich möchte gerne Polizeihundeführerin werden?
Polizeihundeführer sind wie auch weitere Spezialgruppen (Taucher, Grenadiere etc.) im Milizsystem tätig. Dies bedeutet, dass man nebst dem normalen Uniformdienst im Nebenamt Hundeführerin oder Hundeführer sein kann. Die Arbeit mit Schutzhunden ist nebst dem normalen Dienst sehr aufwändig und wird vom Arbeitgeber unterstützt. Man muss sich vorher unbedingt mit den Verantwortlichen im Hundewesen besprechen, um falsche Erwartungen auszuräumen.
Ich bin 40 Jahre alt und möchte gerne als Kriminalpolizist arbeiten?
Grundsätzlich muss jeder Polizist oder jede Polizistin eine Polizeischule absolvieren. Aufgrund des Idealalters (20-30 Jahre) kommt für eine 40-jährige Person kein Berufswechsel mehr in Frage.
Ich stehe vor der Berufswahl und möchte einmal Polizist werden. Welche Berufe empfehlen Sie mir?
Es spielt keine Rolle, welchen Beruf man wählt. Voraussetzungen für eine Bewerbung sind erfolgreich abgeschlossene Schul- und Berufsausbildungen. Durch das neue Berufsbildungsgesetz und die Berufsanerkennung sind eidg. anerkannte Abschlüsse (eidg. Fähigkeitszeugnis, eidg. Matura, eidg. Berufsmaturität) notwendig. Fehlen Abschlüsse oder Ausbildungsjahre, sieht das Gesetz vor, entsprechende Berufspraxisjahre dem Fähigkeitszeugnis als gleichwertig zu anerkennen. Dazu muss uns vor der Bewerbung ein schriftliches Gesuch eingereicht werden. Fehlende Ausbildungsjahre werden mit 1:2 und fehlende Abschlüsse mit 1:3 berechnet.
Beispiel: Ein Anwärter verfügt über eine Berufserfahrung als Eishockeyprofi. Die fehlenden 3 Ausbildungsjahre können im Verhältnis 1:2 mit 6 Jahren Berufserfahrung kompensiert werden. Der Fehlende Abschluss mit 3 Jahren Berufserfahrung. Im Gesamten werden somit 9 Jahre Berufserfahrung als Eishockeyprofi als gleichwertig zu einem eidg. Fähigkeitsausweis beurteilt.
Die Rekrutenschule überschneidet den Beginn der Polizeischule
Solange die Rekrutenschule nicht formell abgeschlossen ist (genügend Diensttage), kann keine Dienstbefreiung erfolgen. Beim Besuch der Sommer-Rekrutenschule fällt der Beginn der Polizeischule mitten in die militärische Ausbildung. Sie würden in diesem Fall ersatzpflichtig bleiben. Wir empfehlen deshalb den Besuch der Frühjahrs-Rekrutenschule oder das Auswahlverfahren für die kommende Polizeischule.
Habe ich Vorteile für den Polizeiberuf, wenn ich eine militärische Karriere (Unteroffizier /in, oder Offizier /in) absolviere?
Bei gleichwertigen Bewerberinnen und Bewerbern kann eine militärische Kaderausbildung einen Vorteil bedeuten. Alle Polizistinnen oder Polizisten werden dienstbefreit.
Ich bin wegen einer gesundheitlichen Störung nicht militärdiensttauglich. Kann ich trotzdem Polizist werden?
Jawohl. Die Militärdiensttauglichkeit und eine absolvierte Rekrutenschule sind aufgrund der reduzierten Armeebestände nicht mehr zwingende Aufnahmebedingungen. Die Bewerber müssen sich aber einer vertrauensärztlichen Untersuchung unterziehen. Daraus können Vorbehalte für die Rentenversicherung ausgesprochen werden. Es werden erhöhte Anforderungen an die Gesundheit von Polizeischülerinnen und -schüler gestellt (siehe auch Brillenträger).
Gibt es eine Mindestgrösse?
Wir reden heute von Richtgrössen. Männer sollten nicht kleiner als 170 cm und Frauen nicht kleiner als 160 cm sein. Wir behalten uns vor, kleinere Bewerberinnen und Bewerber abzuweisen. Es geht darum, die Erwartungen der Bevölkerung an die Statur der Polizistinnen und Polizisten und den Wunsch kleinwüchsiger Personen als Polizistin und Polizist aufzutreten, in Einklang zu halten.
Ich bin Brillenträger. Kann ich mich bewerben?
Ja. Wir wenden folgende Voraussetzungen für die Sehschärfe an:
Sehschärfe unkorrigiert; an beiden Augen mind. 0.2 sc
korrigiert; beidseitig min. 0.8 cc , oder ein Auge 1.0 cc, das andere min. 0.6 cc.
Keine Einschränkung des Gesichtsfeldes. In der Praxis ungestörte Farbwahrnehmungsfähigkeit.
Brillen- und Kontaktlinsenträger haben ein augenärztliches Zeugnis nicht älter als ein Jahr beizubringen, aus dem für beide Augen die korrigierte und unkorrigierte Sehschärfe, sowie die Stärke der Brillengläser bzw. Kontaktlinsen ersichtlich sind.
Vorbereitung für die Prüfung!
Es wird immer wieder gefragt, wie man sich für die Prüfung vorbereiten kann. Der Schwerpunkt liegt im sprachlichen Bereich. Bei der Nacherzählung und dem Diktat handelt es sich um aktuelle Unfallmeldungen, wie sie auch in den Tageszeitungen beschrieben werden. Lassen Sie sich Unfallmeldungen diktieren. Bei der Nacherzählung wird der Hergang einmal vorgelesen. Danach können Sie sich Notizen machen und den Hergang in Ihren Worten aufschreiben. Es geht darum den chronologischen Ablauf möglichst genau zu beschreiben. Beim Grammatiktest ist ein Text mit Fehlern behaftet, die Sie herausfinden müssen. Wir stellen einen grossen Unterschied bei den ITC-Kompetenzen (Informations- und Kommunikationstechnologie) fest. Es werden deshalb Fragen in diesem Bereich zu beantworten sein. Beim Sporttest handelt es sich um eine Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es empfiehlt sich nicht, die Tests zu trainieren. Wöchentliches Training im Bereich Ausdauer und Kraft, das alle Muskelgruppen beinhaltet, ist ideal. Für Anfänger sind mehrere Monate Training zu veranschlagen, um eine reelle Chance zu haben. Es geht nicht darum "nur" eine genügende Leistung zu erreichen, sondern sich mit sämtlichen Bewerbern, die zum Teil sehr sportlich sind, zu messen. Erst in der engen Auswahl nach dem Sporttest betrachten wir die eigentliche Persönlichkeit im Detail.
Die Zürcher Hochschule in Winterthur bietet einen Vorbereitungskurs neues Fenster"Deutsch für Polizeiaspirantinnen und -aspiranten" an.
Polizeischule Ostschweiz in Amriswil!
Die Polizeischule Ostschweiz neues Fensterin Amriswil TG besteht seit Oktober 2006. Dies bedeutet, dass Bewerberinnen und Bewerber der Polizeikorps aus den Kantonen Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, Graubünden, Appenzell A.Rh. und I.Rh., den Städten St. Gallen und Chur sowie dem Fürstentum Liechtenstein gemeinsam die Polizeischule Ostschweiz absolvieren. Die Polizeischulen der Kantone Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen und der Stadt St. Gallen wurden ab diesem Zeitpunkt eingestellt.
Wie gefährlich ist der Beruf Polizist/Polizistin
Als Polizist oder Polizistin zu arbeiten ist statistisch gesehen nicht gefährlicher als andere Berufe. Die Möglichkeit in eine gewalttätige Situation zu kommen besteht aber zu jedem Zeitpunkt. Die Wahrscheinlichkeit im Extremfall auch einmal von der Schusswaffe Gebrauch machen zu müssen ist wohl sehr tief, doch müssen solche Fragestellungen vor dem Berufswechsel geklärt und allfällige Bedenken ausgeräumt sein.
Es kann auch vorkommen, dass man während einem Einsatz "einstecken" muss. Dann gilt es weiter zu funktionieren und den Auftrag zu erfüllen. Dies benötigt eine gesunde Portion Härte mit sich selbst. Das gilt für Frauen ebenso wie für die Männer.
Kein Erstabschluss!
Grundsätzlich ist eine 3-jährige Berufslehre mit eidg. Fähigkeitszeugnis oder ein anerkannter Mittelschulabschluss (z.B. eidg. Matura) Voraussetzung für die Polizeischule. Diesen Nachweis benötigen wir für die Anmeldung zur eidg. Berufsprüfung nach der Polizeischule. Erfüllen Sie diese Grundvoraussetzung nicht, muss eine Gleichwertigkeit nach dem Berufsbildungsgesetz vorliegen. Nehmen Sie in einem solchen Fall vor der Bewerbung Kontakt mit uns auf.
